Rezension zu „Luna und der Katzenbär gehen in den Kindergarten“ von Udo Weigelt

Klappentext:
Luna ist ganz aufgeregt – ihr erster Tag im Kindergarten! Schnell lernt sie neue Freunde kennen, mit denen sich auch gut zusammen spielen lässt. Karlo gefällt das gar nicht. Als er dann auch noch beim Mama-Papa-Kind-Spiel mitmachen muss, beschließt er, Luna von nun an lieber alleine in den Kindergarten gehen zu lassen. Doch da verabredet sich Luna mit Carola – bei ihm Zuhause!

Über den Autor:
Udo Weigelt,1960 in Hamburg geboren, studierte Germanistik und Geschichte in Kiel und Hamburg. Seit 1998 sind bei unterschiedlichen Verlagen rund 50 Kinderbücher von ihm erschienen, die teilweise in 15 Sprachen übersetzt sind. Seit 2015 ist er verantwortlicher Autor der Nivea-Kampagne Märchen für Beiersdorf. Udo Weigelt lebt als freier Autor am Bodensee

Rezension:
Obwohl Kinderbücher sonst nicht zu dem Genre zählen, dass ich überwiegend lese, gibt es hier mal eine Ausnahme. Weil mein Cousin längere Zeit zu Besuch war habe ich die Gunst der Stunde genutzt und für euch dieses tolle Kinderbuch (und ein weiteres) aus dem cbj-Verlag rezensiert.

Mein Cousin ist fast vier und liebt Luna und den Katzenbären. Die Geschichte handelt davon, dass Luna in den Kindergarten geht – was dem Katzenbär nicht sonderlich gefällt. Anfangs hatte ich etwas Bedenken, ob mein Cousin wirklich schon alt genug für die Geschichte ist, aber da gab es keine Probleme. Zum einen vielleicht, weil er die Reihe schon kennt. Durch die einfache Sprache und die wunderschön gestalteten Bilder ist das Buch meiner Meinung nach auch sehr gut für jüngere Kinder geeignet. Kindergarten ist ein Thema, dass viele Kinder kennen, das hat mir gut gefallen. Mein Cousin kam da richtig ins Erzählen von seinem Kindergarten – ein schöner Effekt. Die Themen, die aufgegriffen werden sind kindgerecht aber doch tiefsinnig. Es geht um Freundschaften im Kindergarten und auch um Spielzeuge, was natürlich die Aufmerksamkeit der Kinder weckt. Ich kann mir vorstellen, dass das Buch auch für Geschwisterkinder sehr gut geeignet ist, denn da können sicherlich schöne Dialoge über die Erlebnisse im Kindergarten entstehen. Ich bin sicher, dass auch Kinder, die nicht in den Kindergarten gehen viel Spaß an dem Buch haben werden. Die Charaktere sind toll beschrieben und mit den Bildern entsteht ein schönes Gesamtpaket. Ich werde dieses schöne Kinderbuch wärmstens weiterempfehlen!

Cover:
Luna und der Katzenbär gehen in den Kindergarten

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Rezension zu „Die 7 Farben des Blutes“ von Uwe Wilhelm

Klappentext:
Drei Morde in drei Monaten. Drei Frauen. Drei Verkündungen, in denen der Mörder von sieben „Heilungen“ erzählt. Die Berliner Polizei steht unter Druck. Doch dann ist die Serie mit einem Mal beendet und gerät in Vergessenheit – nur nicht für Staatsanwältin Helena Faber, die davon überzeugt ist, dass dies erst der Anfang war. Als ein Jahr später eine vierte Frau brutal ermordet wird, macht Helena Jagd auf den, der sich selbst Dionysos nennt. Es ist der Beginn eines Rennens gegen die Zeit, aber auch eines Kampfes ums Überleben, denn Helena ist ins Visier des Täters geraten. Und Dionysos wird nicht aufgeben, solange sie nicht „geheilt“ wurde …

Über den Autor:
Uwe Wilhelm, geboren 1957 in Hanau, hat Germanistik und Schauspiel studiert. Seit 1987 arbeitet er als Autor für Drehbücher, Theaterstücke und Sachbücher. Er hat mehr als 120 Drehbücher u.a. für Bernd Eichinger, Katja von Garnier und Til Schweiger verfasst. Uwe Wilhelm ist verheiratet und lebt mit seiner Familie in Berlin.

Rezension:
Das Buch, mit der Kommissarin Helena Faber spielt in Berlin und beginnt direkt mit einem sehr spannenden Einstieg. Zum Anfang der Buches wird der Fund einer Leiche an einem öffentlichen Platz in Berlin geschrieben. Das Gesicht der Frau wurde verstümmelt und der Täter hat dafür gesorgt, dass sie während ihrer Periode verblutet. Es stellt sich raus, dass die tote Frau das dritte Opfer eines Mörders ist, der sich Dionysos nennt. Er handelt auf Vorlage eines Buches, in dem ein sehr abwertendes Frauenbild vermittelt wird. Der Autor des Buches nimmt verschiedene Weltansichten in Betracht,die alle gemeinsam haben, dass Frauen darin als die Wurzel des Übels dargestellt werden. Durch seine Morde versucht Dionysos, die Welt von diesen Frauen zu reinigen um ein gewisses Gleichgewicht wieder herzustellen.
Helena, die bereits in den ersten beiden Mordfällen ermittelt hat, ist fest entschlossen, Dionysos zu schnappen. Ihre Arbeit wird unter anderen durch Robert erfährt, der ihr Kollege, aber gleichzeitig auch ihr Exmann ist, was die Zusammenarbeit der beiden manchmal strapaziert. Nachdem Dionysos es auch auf Helena abgesehen hat, leidet sie an einer Gedächtnisschwäche, die immer schlimmer wird und bald auch die Beziehung zu ihren beiden Töchtern belastet.
Die Idee hinter dem Buch hat mir prinzipiell gut gefallen, allerdings war die Umsetzung nicht an allen Stellen perfekt. Einerseits hatte ich das Gefühl, dass die Spannung im Mittelteil abebbte. Mich hat auch gestört, dass Helenas Gedächtnisschwäche zeitweise einen sehr hohen Stellenwert in der Handlung einnimmt, was für mich zu viel war. Insgesamt hätte ich mir konstant mehr Spannung gewünscht. Ab ca. der Mitte des Buches war für mich ziemlich absehbar, wer der Täter ist, was sich auch bestätigt hat. Da hätte ich mir eine Wendung oder ähnliches gewünscht. Das Ende fand ich ziemlich „komisch“, weil es neue Fragen aufwirft, aber in meinen Augen nicht so gut zu der vorherigen Handlung passt. Insgesamt war das Buch okay und stellenweise sehr spannend, aber es konnte mich aufgrund der genannten Schwachpunkte nicht komplett überzeugen.

Cover:
Die sieben Farben des Blutes

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Rezension zu „Die Sturmschwester“ von Lucinda Riley

Klappentext:
Der Wind und das Wasser, das sind die großen Leidenschaften in Allys Leben, die sie zu ihrem Beruf gemacht hat: Sie ist Seglerin und hat bei manch riskanter Regatta auf den Meeren der Welt ihren Mut unter Beweis gestellt. Eines Tages aber stirbt völlig überraschend ihr geliebter Vater Pa Salt, und Ally reist zu dem Familiensitz am Genfer See. Wie auch ihre fünf Schwestern wurde sie als kleines Mädchen von Pa Salt adoptiert und kennt ihre wahren Wurzeln nicht. Ihr Vater hinterlässt ihr aber einen rätselhaften Hinweis auf ihre Vorgeschichte – die Biographie eines norwegischen Komponisten aus dem 19. Jahrhundert, in dessen Leben die junge Sängerin Anna Landvik eine schicksalhafte Rolle spielte. Allys Neugier ist geweckt, und sie begibt sich auf Spurensuche in das raue Land im Norden. Sofort ist sie zutiefst fasziniert von der wilden Schönheit der Landschaft, aber auch von der betörenden Welt der Musik, die sich ihr dort eröffnet. Und als sie schließlich dem Violonisten Thom begegnet, der ihr auf unerklärliche Weise vertraut ist, fängt sie an zu ahnen, dass ihre jugendliche Liebe zur Musik kein Zufall war…

Über die Autorin:
Lucinda Riley wurde in Irland geboren und verbrachte als Kind mehrere Jahre in Fernost. Sie liebt es zu reisen und ist nach wie vor den Orten ihrer Kindheit sehr verbunden. Nach einer Karriere als Theater- und Fernsehschauspielerin konzentriert sich Lucinda Riley heute ganz auf das Schreiben – und das mit sensationellem Erfolg: Seit ihrem gefeierten Roman »Das Orchideenhaus« stürmte jedes ihrer Bücher die internationalen Bestsellerlisten. Lucinda Riley lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern an der englischen Küste in North Norfolk und in West Cork, Irland.

Rezension:
Das Buch „Die Sturmschwester“ ist Band 2 der Reihe um Die sieben Schwestern und folgt Band 1 namens „Die sieben Schwestern“.

Ally. die in einem traumhaften Anwesen am genfer See ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, ist Seglerin mit Leib und Seele. Während sie sich auf eine herausfordernde und bedeutsame Segelregatta vorbereitet, trifft sie unerwartet auf Theo. Er ist ein bekannter und geachteter Skipper mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Obwohl sie sich anfangs von ihm bevormundet und nicht ernst genommen fühlt, weil sie eine Frau ist, verliebt sie sich in ihn und hat das Gefühl, in ihm ihren Seelenverwandten gefunden zu haben. Dieses Glück wird getrübt, als sie erfährt, dass ihr geliebter Vater, Pa Salt, gestorben ist, als sie mit Theo auf dem Wasser unterwegs war.

Allys Leben wird auf den Kopf gestellt, als Pa Salt, der ihr Adoptivvater ist, ihr nach dem Tod Hinweise zu ihrer Herkunft gibt. Obwohl Ally mit ihrem Leben zufrieden ist, und den liebevollen Pa Salt immer als vollwertigen Vater gesehen hat, entschließt sie sich, seinen Hinweisen zu folgen. Bei der Suche nach ihrer Herkunft stößt Ally auf einige mysteriöse Umstände. Dabei taucht zum Beispiel die Frage auf, warum sie nur sechs Schwestern sind und nicht sieben, wie in der Mytologie nach der sie benannt sind.

Bei ihren Nachforschungen stößt Ally auf ein Buch, das die zweite Erzählperspektive des in „Die Sturmschwester“ darstellt und den Hauptteil des Buches darstellt. Die Geschichte spielt in Norwegen und handelt von einem armen Mädchen namens Anna, das in Norwegen lebt. Aufgrund ihres außerordentlichen musikalischen Talents steigt Anna aus einem einfachen Leben zu einem Musikstar auf.

Diese Geschichte in der Geschichte, bei der es um Anna geht, ist einer der Punkte, die mir an dem Buch nicht gefallen hat. Anfangs war die Erzählung über Annas Leben interessant, aber irgendwann wurde sie sehr langatmig und zäh. Ich habe mich anfangs gefragt, was Annas Geschichte mit Ally zu tun hat und es wurde keine Spannung aufgebaut, sodass ich einfach nur darauf gewartet habe, dass die Geschichte um Anna schnell zu Ende geht – diese Hoffnung wurde leider enttäuscht.

Da ich schon einige Bücher von Lucinda Riley gelesen habe, war ich optimistisch, dass dieses Buch mir sehr gefallen wir, was leider absolut nicht der Fall war. Schon am Anfang ist die Handlung recht eintönig, da es vor allem um das Segeln geht. Leser die selbst kein Interesse daran haben werden hier schnell gelangweilt. Auch die Charaktere konnten mich nicht überzeugen. Theo wirkt sehr dickköpfig und mürrisch, weil er Ally ständig bevormundet, obwohl man merkt, dass er Ally sehr schätzt. Ally hingegen wirkt oft verunsichert und kindisch. Beispielsweise gibt es eine Szene, in der sie mit Theo Moped fährt, obwohl sie aus ihrer Jugend ein Trauma davon hat. Später bricht sie weinend zusammen und Theo muss sich um sie kümmern. Auch Pa Salt wirkt nicht gerade authentisch. Er hat seinen Tod und die Rätsel zu der Herkunft seiner Töchter lange im Voraus geplant und macht es ihnen nicht gerade leicht. Er scheint ähnliche Charakterzüge wie Theo gehabt zu haben, was auf mich nicht sehr authentisch wirkte.

Mich hat dieser zweite Teil leider sehr enttäuscht und ich kann den Hype um dieses Buch absolut nicht nachvollziehen. Wer Fantasy und New Adult gepaart mit Spannung mag, wird an dem Buch jedoch sicherlich gefallen finden.

Cover:
Die Sturmschwester

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Rezension zu „Das Erbe der Tuchvilla“ von Anne Jacobs

Klappentext:
Augsburg, 1920. In der Tuchvilla blickt man voller Optimismus in die Zukunft. Paul Melzer ist aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück und übernimmt die Leitung der Tuchfabrik, um der Firma wieder zu altem Glanz zu verhelfen. Seine Schwester Elisabeth zieht mit einer neuen Liebe wieder im Herrenhaus der Familie ein. Und Pauls junge Frau Marie will sich einen lang gehegten Traum erfüllen: ihr eigenes Modeatelier. Ihre Modelle haben großen Erfolg, doch es kommt immer wieder zu Streitigkeiten mit Paul – bis Marie schließlich die Tuchvilla mit den Kindern verlässt …

Über die Autorin:
Anne Jacobs veröffentlichte unter anderem Namen bereits historische Romane und exotische Sagas. Mit Die Tuchvilla gestaltete sie ein Familienschicksal vor dem Hintergrund der jüngeren deutschen Geschichte und eroberte damit die Bestsellerliste. Nach der erfolgreichen Fortsetzung Die Töchter der Tuchvilla legt sie nun mit Das Erbe der Tuchvilla den Abschluss ihrer erfolgreichen Familiensaga vor.

Rezension:
Bei dem Buch „Das erbe der Tuchvilla“ handelt es sich um den dritten und letzen Teil der Tuchvilla-Saga von Anne Jacobs. Genau wie die beiden Vorgänger (Die Tuchvilla, Die Töchter der Tuchvilla) konnte mich auch dieses Buch vollkommen überzeugen.

Paul und Marie haben in ihrer Ehe einige Probleme, mit denen sie kämpfen. Beide sind mehr mit ihrem eigenen Leben beschäftigt als mit ihrer Ehe, weswegen sie sich nach und nach auseinander leben. Marie betreibt ein erfolgreiches Atelier, Paul hat eine eigene Firma, die seine ganze Energie fordert. Als später auch noch eine Hauslehrerin namens Serafina in das Haus kommt, wird die Beziehung der beiden noch mehr strapaziert und die Stimmung im Haus sinkt.

Die Autorin hat es auch in diesem Teil wieder geschafft, ein authentisches Bild der damaligen Zeit zu vermitteln. Man bekommt Einblicke in die Herausforderungen, vor denen die Menschen damals standen und wie sie damit umgegangen sind. Eine der zentralen Herausforderungen ist die Benachteiligung der Frauen gegenüber den Männern, die auf dem damaligen Rollenbild beruhte.  Ich fand es sehr angenehm, dass alles so ausführlich dargestellt wurde, sodass ich mich gut in die Handlung hineinversetzen konnte. Durch den angenehmen Schreibstil der Autorin entstand zu keiner Zeit Langeweile, obwohl manche Diskussionen sehr detailliert beschrieben waren.

Das Ende kam für mich ziemlich unerwartet, was mich kurz verwirrt hat. Letztendlich hat dies aber noch mehr Spannung gebracht, weil es eine unerwartete Wendung gab, was ich letztendlich positiv empfinde. Insgesamt hat mir dieses Buch genau so gut gefallen wie die beiden Vorgänger der Saga und ich spreche eine absolute Leseempfehlung aus.

Cover:
Das Erbe der Tuchvilla

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Rezension zu „Kreuzblume“ von Andrea Schacht

Klappentext:
In den Wirren des napoleonischen Kriegs hat Antonia ihre Eltern verloren. Nun, als junge Dame der Gesellschaft, will sie mehr über deren Schicksal erfahren. Sie ahnt anfangs nicht, wie eng die Geschichte ihrer Familie mit dem seit Jahrhunderten unvollendeten Kölner Dom verstrickt ist. Offenbar stehen Antonias Eltern mit den verschollenen Bauplänen in Verbindung. Doch je mehr Antonia herausfindet, desto gefährlicher wird es für sie – denn mächtige Männer der Kölner Bürgerschaft wollen um jeden Preis verhindern, dass der Dom vollendet wird …

Über die Autorin:
Andrea Schacht war lange Jahre als Wirtschaftsingenieurin und Unternehmensberaterin tätig, hat dann jedoch ihren seit Jugendtagen gehegten Traum verwirklicht, Schriftstellerin zu werden. Ihre historischen Romane um die scharfzüngige Kölner Begine Almut Bossart gewannen auf Anhieb die Herzen von Lesern und Buchhändlern. Mit »Die elfte Jungfrau« kletterte Andrea Schacht erstmals auf die SPIEGEL-Bestsellerliste, die sie seither mit schöner Regelmäßigkeit immer neu erobert. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Katzen in der Nähe von Bonn.

Rezension:
Dieses Buch handelt zu Zeiten des napoleonischen Krieges, wobei die Handlung mit dem Bau des Kölner Doms spielt. Nach diesem historischen Einblick geht es weiter zu Antonia, die die Hauptperson des Buches ist. Um mehr Freiheiten zu haben und unbeschwerter Leben und handeln zu kennen, beschließt Antonia, sich als Junge namens Toni auszugeben. Dieses Leben führt sie einige Zeit fort und genießt die Vorzüge, die sich ihr dadurch bieten. Erst nachdem ihre Eltern gestorben sind, beschließt Antonia, wieder zu dem Leben als Frau zurückzukehren. Diese Rolle einzunehmen fällt ihr allerdings nicht Leicht, da ihr durch ihre Rolle als Junge die Erfahrung fehlt, die das Leben einer Frau betreffen. Wirklich spannend ist, wie Antonia immer weiter in die Thematik um den Bau des Kölner Doms gerät. Sie macht sich auf die Suche nach den Plänen zu dessen Bau, der aktuell nicht voran geht, weil die benötigten Pläne fehlen.

Mir hat die thematische Kombination des historischen Ereignisses um den Bau des Kölner Doms mit Antonias Leben zu der Zeit sehr gut gefallen. Die Geschichte wird konstant mit Spannung ge- und beschrieben, wodurch ich schnell mit dem Buch fertig war. Antonia ist mir sehr ans Herz gewachsen, was sicher auch daran lag, dass ihre Handlungen so genau beschrieben wurden, dass man sich gut in sie hineinversetzen kann. Mir hat es gut gefallen, in ihre Perspektive einzutauschen und so tiefe Einblicke in das Leben zu dieser Zeit zu erhalten.

Mir hat die Kombination der beiden Themen und auch die Erzählweise so gut gefallen, dass ich da Buch definitiv weiter empfehlen würde.

Cover:
Kreuzblume

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Rezension zu „der zweite Reiter“ von Alex Beer

Klappentext:
Wien, kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs: Der Glanz der ehemaligen Weltmetropole ist Vergangenheit, die Stadt versinkt in Hunger und Elend. Polizeiagent August Emmerich, den ein Granatsplitter zum Invaliden gemacht hat, entdeckt die Leiche eines angeblichen Selbstmörders. Als erfahrener Ermittler traut er der Sache nicht über den Weg. Da er keine Beweise vorlegen kann und sein Vorgesetzter nicht an einen Mord glaubt, stellen er und sein junger Assistent selbst Nachforschungen an. Eine packende Jagd durch ein düsteres, von Nachkriegswehen geplagtes Wien beginnt, und bald schwebt Emmerich selbst in tödlicher Gefahr…

Über die Autorin:
Alex Beer, geboren in Bregenz, hat Archäologie studiert und lebt in Wien. Der zweite Reiter, der von der Presse hochgelobt wurde, ist der Auftakt ihrer spannenden Reihe um Polizeiagent August Emmerich.

Rezension:
Wie schon im Klappentext erwähnt wird, spielt die Handlung des Buches in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg in Wien. Die tragischen Zustände wie Hunger und Armut sind überall zu sehen und stets präsent. Die Menschen halten sich mit dem Handel auf Schwarzmärkten über Wasser, um sich zu versorgen. Emmerich, der bei der Polizei arbeitet, ist damit betraut, diesen Machenschaften das Handwerk zu legen. Als er jedoch bei der Verfolgung eines vermutlichen Schwarzhändlers einen Toten findet, ändern sich die Prioritäten seiner Tätigkeit rapide. Obwohl alles auf einen Selbstmord hindeutet, ist Emmerich davon überzeugt, das mehr hinter diesem Todesfall steckt – ein Mord. Diese Überzeugung bietet ihm den Antrieb für weitere Ermittlungen, die weiter befeuert wird, als es noch andere Todesopfer gibt. Und bald gerät auch Emmerich selbst in Gefahr.

Die authentische und gefährliche Stimmung wird durch den spannenden Schreibstil der Autorin untermauert. Ihr gelingt es gut, die damalige Stimmung in Worte zu verpacken und das allgemeine Lebensgefühl damals wiederzugeben. Besonders ist mit August Emmerich ans Herz gewachsen. Trotz seiner Kriegsverletzung liebt er seinen Beruf und möchte eines Tages einen höheren Posten erreichen, anstatt sich als Invalide abstempeln zu lassen. Auch zu dem ihm anvertrauten Neuling namens Winter entwickelt er nach und nach ein besseres Verhältnis. Der junge Mann entwickelt sich im Laufe der Handlung von einem naiven Jüngling zu einem lernwilligen Gefährten. Auch die anderen Charaktere sind ausnahmslos authentisch, sodass man wirklich schnell in das geschehen eintauchen kann. Von Anfang bis zum Ende herrscht eine konstant hohe Spannung, die durch überraschende Wendungen immer wieder gesteigert wird. Für mich war besonders das Ende unerwartet, was mir gut gefallen hat.

Mir hat das Buch rundum sehr gut gefallen, vor allem da die Mischung aus historischem Roman und Krimi ausgefallen aber sehr stimmig war. Ich empfehle dieses Buch definitiv weiter.

Cover:
Der zweite ReiterHier könnt ihr das Buch direkt kaufen

Rezension zu „Die Fliederinsel“ von Sylvia Lott

Klappentext:
In ihrem Ferienhäuschen auf der idyllischen dänischen Insel Fünen entdeckt die Urlauberin Celia ein wunderschönes Fliedergemälde, das seit Jahrzehnten als verschollen galt. Ihre Vermieterin ist beim Anblick des Bildes tief bewegt und erzählt Celia die Geschichte ihrer Mutter, der jüdischen Malerin Ruth Liebermann.

Im Jahr 1938: Das frisch verheiratete Paar Ruth und Jakob Liebermann muss aus Berlin fliehen, auf Fünen finden die beiden im ehemaligen Sommerhaus von Ruths Familie Zuflucht. Trotz der schwierigen Situation erleben sie glückliche Jahre, Ruth kann mit ihrer Passion, dem Malen, sogar die Familie ernähren. Als sie erneut zur Flucht gezwungen sind, müssen Ruth und Jakob die folgenschwerste Entscheidung ihres Lebens treffen …

Über die Autorin:
Die freie Journalistin und Autorin Sylvia Lott ist gebürtige Ostfriesin. Sie schreibt für verschiedene Frauen-, Lifestyle- und Reisemagazine und veröffentlichte bei Blanvalet bereits die Romane »Die Rose von Darjeeling«, »Die Glücksbäckerin von Long Island«, »Die Lilie von Bela Vista« und »Die Inselfrauen«.

Rezension:
Gleich vorab möchte ich erwähnen, dass „Die Fliederinsel“ das beste Buch war, das ich seit langem gelesen habe. Den Grund dafür erfahrt ihr weiter unten.

Die Handlung beginnt damit, dass Celia, eine Deutsche mittleren Alters, in den Habseligkeiten ihrer Eltern ein altes Foto findet. Die Fotografie zeigt ein Ferienhaus und enthält die Info, dass es auf der Insel Fünen entstanden ist. Nach einiger Recherche findet Celia online dieses Ferienhaus und mietet es für ihren Urlaub auf der dänischen Insel. Dort angekommen lernt sie ihre Vermieterin, eine alte Dame namens Inger, kennen.

Durch ein Missgeschick enteckt Celia in einem kleinen Verschlag des Hauses durch Zufall ein wunderschönes Gemälde, das blühenden Flieder zeigt. Erfreut über diesen tollen Fund macht Celia sich gleich auf den Weg zu ihrer Vermieterin Inger, um ihr das Gemälde zu zeigen. Doch ihre Reaktion ist ganz anders als gedacht. Inger reagiert erst zutiefst schockiert und braucht eine Weile, um sich zu beruhigen, ist schließlich aber doch glücklich und tief berührt über Celias Fund. So beginnt die emotionale und packende Reise der beiden Frauen in die Vergangenheit, bei der vor allem Celia viel über ihre Herkunft erfährt. Nach und nach erzählt Inger die Geschichte aus einer längst vergangenen Zeit, die die Frauen immer mehr zu einander, aber auch zu sich selbst führt.

Die Autorin hat alle Charaktere einzigartig und authentisch beschrieben, sodass ich nicht nur Celia und Inger schnell ins Herz geschlossen habe, sondern auch die übrigen Haupfiguren: Ruth, Jakob, Erik und Svea. Jeder Charakter hat seine Besonderheiten und ist auf seine eigene Art liebenswert und fesselnd.

Besonders an diesem Buch ist, dass es in zwei Zeiten spielt. Einerseits lesen wir die Zeit, in der Inger und Celia miteinander agieren. Sobald Inger mit ihren Erzählungen beginnt, wird auf der zweiten Zeitebene erzählt, die in den 1930er Jahren beginnt. Besonders gut hat mir gefallen, dass die beiden Zeitebenen durch entsprechende Symbole am Anfang der jeweiligen Kapitel gekennzeichnet sind, sodass der Leser stets weiß, in welcher Zeit die Handlung aktuell spielt. Sylvia Lott hat einen angenehmen Schreibstil, den sie jeweils an die aktuelle Zeitebene anpasst, was für mich gut zum Inhalt des Buches gepasst hat. Auch die Idee mit der zweiten Zeitebene, die immer durch Ingers Erzählungen eingeleitet wird, hat mir sehr gut gefallen. Positiv möchte ich desweiteren erwähnen, dass das Buch ein absoluter page turner ist, das ich gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Die Erzählebene in der Vergangenheit wird sehr realistisch und emotional beschrieben, sodass ich mich gut in die Handlung hinein versetzen konnte. Man merkt, dass Sylvia Lott beim Schreiben des Buches eine umfangreiche Recherche betrieben hat, wofür ich ihr sehr dankbar bin, da wirklich alle von ihr genannten Umstände vollkommen stimmig sind.

Mich hat die Geschichte von Inger, Celia und deren Reise in die Vergangenheit sehr berührt und ich habe wirklich mit den Charakteren gelitten, gelacht und gelebt. Das hatte ich in dieser Intensität bisher selten bei einem Buch, weswegen „Die Fliederinsel“ ganz klar eines der besten Bücher ist, das ich je gelesen habe. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung.

Cover:
Die FliederinselHier könnt ihr das Buch direkt beim Verlag kaufen